Früher war es auch nicht anders oder gar besser!

Früher war es auch nicht anders oder gar besser!

Beitragvon Peter1963 Di 7. Jul 2009, 12:00

Glück Auf an alle Wildemanner, "Rucksack-Willemanner" (Zugereiste) und sonstige Besucher dieses Forums!
Habe mit Interesse die zwar nicht sonderlich zahlreichen, weil nur von einigen wenigen verfassten, Beiträge zur derzeitigen (Not-)Lage unserer kleinen Bergstadt gelesen und muss nun auch noch meinen Senf dazugeben. Ich denke ein Grundproblem ist, dass nahezu jede(r) der mit dem Tourismus befassten Einwohnerschaft gedacht hat, es bleibt alles so wie es in den 60-er und auch noch in den 70-er-Jahren gewesen ist - so nach dem Motto "Die Gäste müssen ja kommen". Da waren wirklich noch viele Menschen nicht nur auf dem Bohlweg unterwegs. Möchte mich da gar nicht weiter über verschlafene Entwicklungen auslassen. Dies wurde ja bereits öfters in der Vergangenheit auf diversen Veranstaltungen getan. Das andere Problem ist der bereits hier erwähnte Egoismus der ja nur noch spärlich vorhandenen Gastronomie bzw. Hotellerie (kann mich daran erinnern, dass es noch 1980 21 Lokalitäten gab, wo man "einkehren" und zumindest etwas trinkbares zu sich nehmen konnte. Mit einem Kumpel habe ich damals mal versucht, in jedem dieser gastronomischen Betriebe ein Bier zu trinken - wir sind aber bereits im fünften "hängengeblieben" und versackt. Das jedoch tut hier nichts zur Sache :mrgreen: ). Es war aber auch damals so, dass seitens der Gastronomie/Hotellerie schon Rufe wie "Macht endlich mal was" ertönten. Aber wenn es dann darum ging, dass eben jene Rufer sich auch mit einbringen sollten, dann hiess es "Da habe ich keine Zeit für". Ein besonders "gutes" Beispiel für den "Gemeinschaftsgedanken" war das allererste Stadtfest (welches den Namen auch noch verdient hatte im Gegensatz zu heute). Da wollten alle beteiligten Gastronomen nur ihre Kosten wieder reinhaben und der erwirtschaftete Überschuss sollte dann an die Kirchengemeinde gehen. Es wurden alle naselang 50-Liter-Fässer rausgerollt und neu angesteckt, denn es war "richtiges" Sommerwetter und ein grosser Besucherandrang. Tja, was soll man sagen - am Ende kam dann ein Überschuss von unter 100,- DM zusammen und wenn die beiden Musikkapellen nicht noch was draufgelegt hätten (übrigens mehr als der Gesamtbetrag aller Gastronomen zusammen) wäre es noch viel kümmerlicher gewesen. Von Seiten der Gastronomie kam dann das hinlänglich bekannte Klagen darüber, dass sie ja gern mehr gegeben hätten, aber leider hätten sie ja gerade mal so ihre Kosten wieder rausgehabt. Das Ganze in einem ach so leidenden Tonfall, der einem die Tränen des Mitleids in die Augen trieb. Geglaubt hat das natürlich nur einer, der die Hose hinten zumacht. Und nun mal ehrlich: Hat sich da bis heute irgendetwas in der Denkweise der entsprechenden Klientel geändert?
Ach ja, noch ein tolles Beispiel für die Überheblichkeit mancher "Wirte": Bin mal in ein zentral gelegenes, mittlerweile ebenfalls "zugrunde" gegangenes hiesiges Lokal gegangen, um dort ein Bier zu trinken. Dieses wurde mir mit den Worten verweigert "Ich will hier keine Wildemanner haben! Umgebe mich lieber mit Grossstädtern als wie mit euch Provinzlern!" Nun ja, auch dieser "Mann von Welt" tanzte danach nicht mehr lange...
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Peter1963
 
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